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Mittwoch, 17. Januar 2018

Dirtjump

Die Funsportart Dirtjump (deutsch: „Schmutzsprung") ist eine Variante des Radsports. Es bezeichnet das Springen über Erdhügel mit einem BMX oder einem Dirtbike (Mountainbike). Ziel eines Sprungs ist es, in der Luft einen Trick zu machen. Bestes Baumaterial für künstliche Hügel ist Lehm, da er fest und beständig ist und sich bestens formen lässt.
Abstand
Trails, was der eigentlichen Beschreibung von Dirtjumps näher kommt, gibt es schon seit den Anfängen des BMX. Einer der ältesten Trails in Deutschland ist bzw. war in Gravenbruch nahe Frankfurt am Main zu finden. Diese Trails waren jedoch noch mehr einer BMX-Strecke nachempfunden. Die ersten richtigen Trails waren wahrscheinlich die K-Town Trails in Kornwestheim, die 1994 erbaut wurden. Durch den Bau der K-Town Trails wurden wilde BMX-Bahnen wie Gravenbruch schnell zu „ordentlichen" Trails ausgebaut. Die heutigen ERA Trails, die bis zum 30. Oktober 2006 noch befahren werden konnten, standen immer vor der Gefahr, einer Lagerhalle zu weichen. Dieses Bauvorhaben wurde auf dem Gelände mittlerweile aufgenommen.
Die bekanntesten Trails überhaupt dürften während der 1990er die Sheep Hills in Huntington Beach gewesen sein. Huntington Beach im Orange County galt lange als Mekka der Dirtszene. An der Ostküste hingegen, entwickelte sich die Trailsszene im Staat Pennsylvania um die Stadt Bethlehem herum. Prominente Lokalfahrer in den Sheep Hills waren oder sind Barspinner Ryan, Josh Stricker, Foster Bros und Shawn Buttler. Im Posh von Bethlehem war der bekannteste Fahrer Kris Bennett.
Trailsfahren wurde von Fahrern wie Shawn Butler und Kris Bennett geprägt. Während der 1990er waren auch viele BMX-Racer noch bei Dirtjump-Wettbewerben mit dabei, da ihnen das springen von großen Erdhügeln vertraut war, allen voran Brian Foster hat sich einen Namen gemacht, der auch bald das „Lager" gewechselt hat.
Maßgebend in Deutschland war dann die „zweite Generation" von Trails, die ab Mitte der 1990er von Markus Hampl in Diedorf und Augsburg erbaut wurden. Eine große Rolle haben auch Trails gegen Ende der 1990er in Bochum (Mike Emde, Stefan Kudella, Jochen Forstmann) und Solingen (Dirk Becker) gespielt.
Das erste Dokument deutscher Trailsleidenschaft ist das BMX-Video FAHRVERGNÜGEN von twentyinchsoul (Flo de Neufville und Evert Greis), in dem ein Roadtrip von 1999 dokumentiert wird. Unter anderen sind Fahrer wie Sören Jakobs, Timo Pritzel, Markus Hampl, Sascha Meyenborg, Oli Aschenbrenner und Mike Emde zu sehen.
Heute finden sich eine Reihe von Trails in ganz Deutschland und sie sind nicht mehr BMX-spezifisch. Mehr und mehr Trails werden auch von MTBlern gebaut.
Mittlerweile hat sich der Style vom MTB-Sport auch dem des BMX angenähert, so dass das gleiche Set and Trails von beiden Gruppen befahren werden kann, ein gutes Beispiel hierfür sind die Trails in Fürth. Die bekanntesten deutschen MTB-Dirtbiker, die den Sport populär gemacht haben, sind weiters Niels-Peter Jensen (der auch eine eigene Firma namens NPJ-Dirtbikes besitzt), Joscha Forstreuter, Carlo Dieckmann und Marius Hoppensack.Timo Pritzel, Dieckmann und Forstreuter belegen regelmäßig vordere Plätze bei den sehr beliebten Slopestyle-Wettbewerben u. a. in Whistler und Saalbach-Hinterglemm. Durch den District Ride in Nürnberg bekannt geworden, ist der Bopparder Amir Kabbani aktuell einer der besten deutschen Dirtbike-Fahrer. Er fährt als einziger Deutscher die komplette Qashqai-Urban-Challenge des Automobilherstellers Nissan mit und belegt vor dem letzten Tourstop in Paris mit 12 Punkten den 17. Platz (Stand: 8. Juni 2007). Diese Contests beinhalten neben Big Drops, Northshore- und Wallride-Elementen eben auch diverse Dirtjumps und Streetstücke.
 
Jumps

Table
Der Table (engl.: Tisch) setzt sich aus Sprungschanze, Mittelstück und Landehang zusammen. Sie sind meistens zwischen 1m und 4m hoch und bis zu ca. 8m lang. Tables benötigen weit mehr Erdvolumen und sind deswegen weniger verbreitet als Doubles. Sie sind für Anfänger aber empfehlenswerter, da bei Tables die Folgen eines zu kurzen Sprunges nicht so dramatisch wie die bei einem Double sind.

Double
Der Double besteht aus einem Kicker (Absprunghügel) und einer Landung. Mehrere Dirts hintereinander werden als Line bezeichnet. Bei Wettbewerben werden 3 und mehr Dirts in einer Line hintereinander gereiht. Hierbei können durchaus mehrere Lines parallel liegen, wobei der Fahrer zwischen den Lines wechseln kann (transfer).Das Verletzungsrisiko ist hier aber höher als beim Table.
 
Step-Up
Der Step-Up besteht aus einem Absprung-Kicker, einem Mittelstück und einem Landehang, genau wie der Table, aber die Landung ist deutlich höher als der Absprung. Der Absprung ist meist steiler als bei den anderen Bauarten und deswegen wird der Step-Up als sogenannter Trickjump (Trick-Sprung) genutzt. Das Mittelstück zwischen Kicker und Landung ist meist kurz. Ein Step-Up ist meist ziemlich groß. Das Verletzungsrisiko ist durch das Mittelstück wie bei einem Table eher gering.
 
Step-Down
Der Step-Down besteht aus einem Absprung-Kicker und einer Landung, die auf einem deutlich niedrigerem Niveau ligt als der Absprung. Der Absprung ist meist flacher als bei normalen Sprüngen, da man meistens zusätzlich noch in die Weite springt. Dieser Sprung ist oft gefährlicher als der Step-Up, da man durch den Höhenunterschied zusätzlich noch an Geschwindigkeit zunimmt.
Abstand