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Mittwoch, 17. Januar 2018

Trial

Fahrrad Trial (auch Bike Trial) entwickelte sich in den frühen Siebzigern. Am 25. Mai 1974 fand in Bad Nauheim der allererste Wettkampf statt. Es gibt 2 Weltverbände, die UCI und die BikeTrial International Union. Die UCI beheimatet alle Radsportarten. Die BIU ist ein Weltverband welcher nur Fahrrad-Trial betreibt. Zur Zeit gehören der BIU 37 Staaten an.
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Grundsätzlich wird Trial mit Rädern ohne Federung und ohne Sattel gefahren. Es wird auf zwei Arten von Fahrrädern getrialt – auf kleineren 20 Zoll (Raddurchmesser) Trialbikes und auf, vom üblichen Mountainbike abstammenden, 26 Zoll Trial-Mountainbikes. Wesentliche Unterschiede zu anderen Mountainbikes sind die sehr geringe Rahmenhöhe; die fehlende oder nur angedeutete Sitzgelegenheit, was zu mehr Bewegungsfreiheit führt; keine Federgabel und wenige Gänge, da nur kleine Übersetzungen benötigt werden; sowie das sehr geringe Gewicht des Rahmens zum leichteren Hüpfen mit dem Trial-Fahrrad.
Trial wird überall gefahren, wo es möglich ist – selbst wenn es dort nicht erlaubt ist. So bieten sowohl Natur als auch Städte (Urban-, oder Street-Trial) reizvolle Hindernisse. Natürlich gibt es auch die Indoor-Variante, besonders geeignet für Wettkämpfe.
Beim Trial gilt es, das Fahrrad in jeder Situation perfekt zu beherrschen. Dabei fahren Trialer nicht nur, vielmehr hüpfen und springen sie über alle nur erdenklichen Hindernisse, oft auch in schwindelerregender Höhe. Körperbeherrschung, Balancegefühl, Konzentration, Kraft, Ausdauer und Mut werden gleichermaßen gefordert und gefördert. Aber auch Fantasie ist wichtig, denn für jede Situation muss die am besten geeignete Fahrtechnik gewählt werden.
Im Trial-Wettkampf ist es das Ziel, mit möglichst wenig Körperkontakt ein Fahrrad mit spezieller Geometrie durch einen natürlichen oder künstlichen Parcours hindurch zu bewegen. Oft sind Elite-Sektionen so schwierig, dass sie sogar zu Fuß nicht oder nur schwer zu bewältigen sind. Eine Sektion ist ein Geländeabschnitt, der mit Bändern, Tafeln und Pfeilen versehen ist, welche die Fahrspuren der verschiedenen Kategorien bezeichnen. Jede Kategorie wird durch eine eigene Farbe gekennzeichnet. Eine Sektion kann verschiedenste Elemente enthalten, wie steile Auf- oder Abfahrten, Bachdurchfahrten, Wurzelpassagen, Felsen, Baumstämme oder -strünke, mit Schotter-, Schräghang- oder Schlammpassagen. Oft werden diese natürlichen Sektionen noch durch künstliche ergänzt. Häufige Elemente sind hierbei Betonröhren, Paletten, Kabelrollen, Bretter, Ölfässer oder ausgediente Autos. Je nach Alters-Kategorie und Veranstalter müssen 4 bis 8 Sektionen durchfahren werden und das in der Regel 3 oder 4 mal.
 
Fahrtechniken

Der Backwheel Hop
Das Hüpfen auf dem Hinterrad ist eine Technik, ohne die man in den höheren Klassen im Trialsport nicht auskommt. Sie wird z. B. gebraucht, wenn zu wenig Platz vorhanden ist, um mit beiden Rädern gleichzeitig auf einem Hindernis zu stehen, oder wenn große Sprünge von Hindernis zu Hindernis gefragt sind („Pedal Kicks"). Auch für große Sprünge nach unten sind Backwheel Hops oft erste Wahl. Am einfachsten zu lernen ist das nach hinten Hüpfen auf dem Hinterrad. Auf der Stelle zu hüpfen fordert schon einiges an Koordination, und das Springen nach vorne mit den Pedal Kicks ist sogar eine der schwierigsten aller Fahrtechniken überhaupt im Trial.
 
Der Pedal Kick
Pedal Kicks sind Sprünge nach vorne vom Hinterrad aus. Mit ihnen lassen sich ohne Anlauf z. B. Lücken von 2 m und mehr überspringen. Auch recht hohe Stufen können mit einem frontalen Pedal Kick überwunden werden. Dazu lässt man sich, auf dem Hinterrad auf der Stelle hüpfend oder stehend, nach vorne fallen und springt dann dem Gleichgewicht hinterher, indem man gleichzeitig explosiv die Hüften in Richtung Lenker bewegt, die Hinterradbremse löst und einen kräftigen Kick in die Pedale gibt. Man kann mehrere Pedal Kicks direkt aufeinander folgen lassen oder bereitet den nächsten Sprung zunächst durch kleinere Hüpfer auf dem Hinterrad vor.
 
Der Franzose
Namensgeber dieser Technik waren französische Trial-Fahrer. Sie basiert auf dem Pedal Kick, allerdings landet man nach dem Pedal Kick zuerst mit dem Vorderrad auf dem angesteuerten Hindernis, dadurch spart man bei kleineren Distanzen Kraft, da man die Sprungweite damit um einen Radstand verringert. Mit dieser Technik kann man zwar weiter springen, allerdings braucht man auch eine größere Fläche auf dem angesteuerten Hindernis, weil man für beide Räder Platz benötigt. Um auf dem Vorderrad landen zu können, muss man flacher abspringen, das heißt, man lässt sich, auf dem Hinterrad hüpfend, weiter nach vorne fallen, bevor man abspringt, hat also viel Vorlage. Von der Seite betrachtet erkennt man, dass die Neigung des Bikes sich während das Absprungs nur leicht verändert und sehr flach ist. Im letzten Augenblick, bevor das Hinterrad abhebt, muss man sich zusätzlich vom Hinterrad aus abstoßen, damit das Hinterrad gegenüber dem Vorderrad an Höhe gewinnt. So verlagert sich der Körperschwerpunkt in der Flugphase zum Vorderrad hin. Das Gefühl ist ähnlich wie bei einem Kopfsprung ins Wasser. Noch in der Luft zieht man dosiert die Vorderradbremse, setzt das Vorderrad auf und rollt auf diesem weiter, bis auch das Hinterrad über der Kante ist. Das Abbremsen der Vorwärtsbewegung auf dem Vorderrad bewirkt, dass das Hinterrad nicht gleich nach unten sackt, es schwebt über die Kante hinweg Einrad-Trial [Bearbeiten]

Einrad-Trial
Ähnlich dem Motorrad-Trial entwickelten auch Einradfahrer eine Variante des Trial-Sports. Stabile 20-Zoll-Trial-Einräder mit einem weichen, breiten Reifen dienen als Trial-Gerät. Gefahren wird über Paletten, dünne Rohre oder Geländer, Baumstämme, etc. Grundsätzlich sind die Hindernisse dem Fahrrad-Trial sehr ähnlich. Kris Holm ist der bekannteste und einer der besten Einrad-Trial-Sportlier der Welt. Er beeinflusste diesen Sport auch am meisten.
Als Regelwerk dient den Einrad-Trial-Sportlern die sogenannten "free trials"-Regeln, die von Kris Holm geschrieben wurden. Meist wird pro geschaffter Trial-Line ein Punkt vergeben. Wer innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auf einem Trial-Parcours mit vielen "Lines" die meisten Punkte schafft, gewinnt. Eine "Line" kann beliebig oft wiederholt werden.
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