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Mittwoch, 17. Januar 2018

Freeride

Freeride bezeichnet im Mountainbikesport das technisch anspruchsvolle Fahren auf einem Mountainbike, das in jeder möglichen Kombination steile Bergab-Passagen, Sprünge von bis zu zehn Meter über natürliche Hindernisse und sportliche Manöver enthalten kann. Freeriden setzt eine große Körper- und Bikebeherrschung voraus. Das Tragen von Integralhelm und Protektoren ist vor allem bei Freeride Extreme-Mountainbikern üblich.
Abstand
Geschichte

Die Geburtsstätte des Freeridens liegt in Whistler B. C. (Kanada) und bei Vancouver an der sogenannten North Shore. Hier wurden – beeinflusst durch die Holzkonstruktionen des West Coast Trails – die ersten Holzkonstruktionen gebaut, die heute als North-Shore-Trails bekannt sind und weltweit als künstliche Holzaufbauten in Bikeparks Anwendung finden. In Whistler, in dem jedes Jahr das Slopestyle-Event Crankworx abgehalten wird, existiert nun schon seit mehr als 10 Jahren der größte Bikepark der Welt. Einer der beliebtesten Bikeparks Deutschlands befindet sich in Winterberg im Sauerland. Einer der größten Bikeparks Europas ist in Leogang / Saalbach in Österreich beheimatet. Mit über 40° Gefälle ist einer der steilsten Bikeparks der Welt, der Nordkette Singletrail, direkt über der Olympiastadt Innsbruck zu finden.
In den Jahren 1999 bis ca. 2004 wurde Big-Mountain-Freeriden noch stark durch Kriterien wie die höchsten Sprünge (Drops) und die gefährlichsten Runs auf abgesperrten Wettkampfstrecken definiert. Der Sport wurde in dieser Zeit durch Events wie die Red Bull-Rampage in Utah, USA geprägt und gefördert. Wichtige Vertreter dieses ersten Trends waren die Kanadier Wade Simmons (auch als Vater des Freerides bekannt), Ritchie Schley, Brett Tippie, Bobby Root, Darren Berrecloth, Robbie Burdon Tyler Klaasen, Cedric Cracia und Thomas Vanderham. Sie sind für ihre Auftritte in Szenefilmen wie New World Disorder und Kranked bekannt. Dann aber kam der New-School-Trend, der technisches Fahren mit schwierigen BMX-Tricks, wie z.B. Tailwhip, Backflip oder einem 360 (Three Sixty), und mit Drops von bis zu zehn Metern kombiniert. Die Szene entwickelte sich weiter und Tricks im freien Gelände, im Wald und auf Bergen etc. etablierten sich. Aus dieser Bewegung entstand der Slopestyle, der vom Snowboarden her bekannt war. Der Franzose Cedric Cracia war der erfolgreiche Freerider in Europa, überhaupt waren die Franzosen die erste Europäische Nation die im Freeriden erfolgreich war. Cedric Gracia gewann 2003 die Red-Bull Rampage den extremsten Wettkampf der Szene. Neben ihm ist Nicolas Vouilloz der erfolgreichste Downhiller der Geschichte. Er wurde zehnmal Gesamtweltcupsieger. Der jüngste Star ist Yannick Granieri er stellte einen Weltrekord auf mit einem Backflip über 25 Meter und war ebenfalls der erfolgreichste Europäer bei der ersten Freeride Mountain Bike Worldtour (FMB) 2010 dort belegte er Platz 4 hinter Darren Berrecloth, Brandon Semenuk und dem Sieger Cameron Zink.
Bei Slopestyle-Contests wie dem Adidas-Slopestyle in Saalbach-Hinterglemm (Österreich) teilt sich das Fahrerfeld meist in genau diese Sparten auf. Den Freeride-Part übernehmen dabei Fully-Fahrer wie Darren Berrecloth und den Dirtjump-Part Hardtail-Rider wie Aaron Chase. Somit bietet die Abteilung Slopestyle die Symbiose aus den zwei sehr unterschiedlichen Arten Freeride zu fahren.

Freeride, Enduro, All Mountain

Freeride, auch Enduro oder All Mountain, beschreibt eine immer populärer werdende Mountainbike-Sportart, die das Bergauffahren im Gelände mit Downhill-Abfahrten kombiniert. Diese Mountainbiker unternehmen oft Freeride-Touren bei denen sie mit Lift oder Shuttle einige Höhenmeter zurücklegen bevor sie noch aus eigener Kraft weiter hinauf zum Einstieg eines bergabführenden Weges fahren.
Freeride, Enduro und All Mountain wird gewöhnlich mit vollgefederten Rädern (Fully) mit Federungen ab 120 mm Federweg gefahren, die häufig blockierbar sind, um die Tretkraft beim Bergauffahren auch effektiver einsetzen zu können. Der Federweg kann bis zu ca. 180 mm betragen. Enduros und All Mountain Bikes haben in der Regel eine 27-Gang-Schaltung, Freeride Bikes meistens 9 Gänge. Das Gewicht beträgt bei Enduros und All Mountain Bikes ca. 12–15 kg und bei Freeridern ca. 15–18 kg. Federgabeln und Dämpfer sind oftmals blockierbar und Federgabeln absenkbar, um das Fahren in steileren Bergaufpassagen zu erleichtern. Diese Räder besitzen hydraulische Scheibenbremsen. Vorteile dieser Bremstechnik sind das gute Bremsverhalten bei Nässe, die hervorragende Dosierbarkeit und die Tatsache, dass bei einem Laufrad mit Seitenschlag (umgangssprachlich "Achter") die Bremsbeläge nicht den Rundlauf behindern, wie das bei Felgenbremsen der Fall ist.
 
Bikebergsteigen

Bikebergsteiger versuchen mit ihrem Fahrrad alpines Gelände auch abseits von gut ausgebauten Wegen zu befahren. Dabei wird das mehrstündige Tragen des Fahrrades in Kauf genommen, ebenso wie steile, ausgesetzte, verblockte Abfahrten mit schwierigem Untergrund und engen Kehren. Im Zentrum steht dabei das Bergerlebnis, ähnlich dem Skibergsteigen im Winter. Eine besondere Fahrtechnik des Bikebergsteigens ist das genau dosierte Hinterradversetzen mit einer Drehung um das Vorderrad, um das Manövrieren in steilen und engen, bisweilen stark verblockten Bergabserpentinen zu ermöglichen[1]. Da sich Bikebergsteiger in sensiblem Gelände bewegen, wurde ein entsprechender Verhaltenskodex ausgearbeitet.
 
Freeride Extreme

Freeride Extreme ist eine Mountainbike-Sportart, bei der es vor allem um extreme Tricks geht. Durch waghalsige Sprünge und Manöver wird das Material sehr beansprucht. Ein gängiger Begriff unter den Sportlern ist der Drop. Hierbei handelt es sich um einen Sprung, der eine gerade Anfahrt hat und den Fahrer dann zum freien Fall überleitet. Bekannte Vertreter dieser Sportart sind Josh Bender und Cam McCaul. Josh Bender versuchte mit seinem Bike einen 17 m tiefen Drop, scheiterte jedoch auf Grund der harten Landung am weichen Untergrund.
Das Freeride Extreme-Mountainbike muss besonders stabil sein und ist meist vollgefedert wie beim Downhill. Die Komponenten müssen für härtere Gangart ausgelegt sein um Verletzungen durch das Versagen von Teilen zu verhindern. Die Räder haben heutzutage meist ein Gewicht von ca. 17-20 kg und jeweils vorne 170/180mm und hinten 200 bis 250 mm Federweg. Die Federelemente bedienen sich der Stahlfedertechnik mit Öldämpfung. Diese Technik ist gegenüber den leichteren Luftfederelementen vor allem bei den Federbeinen der Federgabel langlebiger. Gebremst wird mit hydraulischen Scheibenbremsen, deren Scheiben vorne 203 mm Durchmesser haben und hinten 180 mm, in manchen Fällen sogar bis zu 230 mm (Ausnahmen) mit speziellen "Alpine Kit"-Rotoren und Bremssatteladaptern.
 
Urban Freeride

Urban [erban] = Urban – Städtisch (von lat. urbs = Stadt) Freeride = Free (Frei) Ride (Fahrzeug oder reiten) sozusagen „Freie Fahrt". Urban Freeride heißt somit in etwa „Freie Fahrt in der Stadt". Damit ist gemeint, dass Mauern und Treppen nur kleine Hindernisse darstellen, Mauern werden per Schanze übersprungen, Treppen werden durch schnelles Herunterfahren mühelos überwunden.
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